GmbH gründen 2026: Kostenübersicht und Zeitplan
GmbH-Gründung 2026: Was es kostet
| Kostenposition | Betrag | Pflicht? |
|---|---|---|
| Stammkapital (Mindest-Einzahlung) | 12.500 € (50 % von 25.000 €) | Ja |
| Notarkosten Gesellschaftsvertrag | 500 – 1.500 € | Ja |
| Handelsregistereintrag (Amtsgericht) | 150 – 300 € | Ja |
| Gewerbeanmeldung | 20 – 60 € | Ja |
| Steuerberatung Gründung | 500 – 1.500 € | Empfohlen |
| Rechtsberatung / Gesellschaftsvertrag | 0 – 2.000 € | Optional |
Die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) ist die beliebteste Unternehmensform für mittelständische Gründer in Deutschland — und das aus gutem Grund: Sie bietet Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen, eine klare Struktur für Investorengespräche, und ein professionelles Erscheinungsbild. Dieser Guide zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie eine GmbH 2026 gründen.
Die 7 Schritte zur GmbH-Gründung
Schritt 1: Gesellschaftsvertrag (Satzung) entwerfen
Der Gesellschaftsvertrag ist das Grunddokument der GmbH. Er muss mindestens enthalten (§ 3 GmbHG):
- Firma (Name) und Sitz der Gesellschaft
- Gegenstand des Unternehmens (so konkret wie möglich — beeinflusst spätere Genehmigungspflichten)
- Stammkapital (mindestens 25.000 €)
- Geschäftsanteile der Gesellschafter
Für einfache Gründungen (1-2 Gesellschafter, klarer Unternehmensgegenstand) bietet der Notar ein Musterprotokoll an, das die Gründungskosten reduziert. Für komplexere Strukturen (mehrere Gesellschafter, Vesting-Regelungen, Sonderrechte) ist ein individueller Gesellschaftsvertrag mit anwaltlicher Beratung empfohlen.
Schritt 2: Notartermin — Beurkundung des Gesellschaftsvertrags
Alle Gesellschafter oder ihre bevollmächtigten Vertreter müssen beim Notar erscheinen. Seit dem Digitalisierungsgesetz (DiRUG 2022) ist ein Notartermin per Videokonferenz möglich, wenn das erforderliche Video-Ident-Verfahren beim Notar verfügbar ist.
Der Notar beurkundet den Gesellschaftsvertrag, bestellt den oder die Geschäftsführer, und erstellt die Gesellschafterliste. Notarkosten richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) und dem Stammkapital.
Schritt 3: Stammkapital einzahlen
Nach der notariellen Beurkundung muss ein Geschäftskonto auf den Namen der GmbH i.G. (in Gründung) eröffnet werden. Die Mindest-Einzahlung beträgt 50 % des Stammkapitals (also mindestens 12.500 €). Sacheinlagen (Maschinen, Fahrzeuge) sind möglich, erfordern aber eine Werthaltigkeitsbescheinigung.
Das Einzahlungskonto muss von der Bank als GmbH i.G.-Konto geführt werden — viele Direktbanken bieten dies online an (Commerzbank, Deutsche Bank, Penta, Qonto, Kontist).
Schritt 4: Handelsregistereintrag beantragen
Der Notar übermittelt den Eintragungsantrag direkt elektronisch an das zuständige Amtsgericht (Registergericht). Die Bearbeitungszeit variiert stark:
- Schnelle Länder (Hamburg, Bayern): 1-3 Wochen
- Langsamere Länder (NRW, Berlin): 4-8 Wochen
Erst mit dem Handelsregistereintrag ist die GmbH rechtsfähig und kann ohne persönliche Haftung der Gesellschafter handeln. Die Handelsregisternummer (HRB-Nummer) muss dann auf allen Geschäftsdokumenten angegeben werden.
Schritt 5: Gewerbeanmeldung
Gewerbetreibende GmbHs müssen das Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt anmelden (20-60 € Gebühr). Freiberufliche GmbHs (Ärzte, Anwälte, Steuerberater) sind von der Gewerbepflicht befreit. Die Gewerbeanmeldung kann oft online oder per Post erfolgen.
Schritt 6: Finanzamt — steuerliche Erfassung
Das Finanzamt schickt nach Gründung einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Darin werden Schätzungen zu Umsatz und Gewinn für das erste Jahr abgegeben — diese bestimmen die Vorauszahlungen für Körperschaftsteuer und ggf. Umsatzsteuer. Tipp: Schätzen Sie konservativ — zu hohe Vorauszahlungen belasten die Liquidität in der Gründungsphase.
Schritt 7: IHK-Mitgliedschaft und weitere Pflichten
Die GmbH wird automatisch Pflichtmitglied der IHK. Im ersten Jahr sind die Beiträge oft gering oder kostenlos. Weitere Pflichten: Impressumspflicht auf der Website (§ 5 TMG), Buchführungspflicht (doppelte Buchführung), Jahresabschluss (Bilanz + GuV), Offenlegungspflicht im Bundesanzeiger.
GmbH vs. UG (haftungsbeschränkt): Was ist besser für Startups?
| Kriterium | GmbH | UG (haftungsbeschränkt) |
|---|---|---|
| Mindest-Stammkapital | 25.000 € | Ab 1 € |
| Rücklagenpflicht | Keine | 25 % Jahresgewinn bis 25.000 € |
| Außenwirkung / Reputation | Sehr hoch | Geringer |
| Gründungskosten | 1.500 – 4.000 € | 800 – 2.000 € |
| Investorentauglichkeit | Voll | Eingeschränkt |
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine GmbH-Gründung 2026?
Reine Gründungskosten: 1.500 bis 4.000 € (Notar, Handelsregister, Gewerbeanmeldung, Steuerberatung). Zuzüglich Stammkapital: mindestens 12.500 € einzuzahlen (von 25.000 € gesamt).
Wie lange dauert eine GmbH-Gründung?
4-8 Wochen typisch. Notarbeurkundung: 1 Tag. Handelsregistereintrag: 2-6 Wochen je nach Bundesland.
Was ist eine UG und wann ist sie besser?
UG = Mini-GmbH ab 1 € Stammkapital. Besser für kapitalknappere Gründer. Nachteil: 25 % Rücklagenpflicht, weniger seriöse Außenwirkung. GmbH empfohlen bei Investoren oder B2B-Fokus.
Kann man eine GmbH alleine gründen?
Ja, Einpersonen-GmbH ist vollständig möglich. Alleingesellschafter = Geschäftsführer. Verträge mit sich selbst schriftlich fixieren.
Brauche ich einen Notar?
Ja, zwingend. Videonotartermin seit 2022 möglich. Keine reine Online-Gründung ohne Notar in Deutschland.