Die Eintragung einer GmbH ins Handelsregister kostet 2026 je nach Stammkapital und Gründungsform (Musterprotokoll oder individuelle Satzung) mehrere Hundert bis rund 1 250 € (Notar + Gericht). Der Ablauf dauert typischerweise 2–4 Wochen. Seit dem 1. August 2022 (DiRUG) ist die vollständig digitale GmbH-Gründung per Notar-Videokonferenz möglich — das spart Zeit, aber nicht zwingend Kosten. Hier der vollständige Ablauf und alle aktuellen Gebühren.
Kosten der GmbH-Eintragung ins Handelsregister 2026
Die Gesamtkosten setzen sich aus Notargebühren und Gerichtsgebühren zusammen, berechnet nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG).
Notargebühren (abhängig vom Stammkapital)
| Stammkapital | Notargebühren (ca., brutto inkl. Auslagen und 19 % USt.) |
|---|---|
| 12 500 € (Mini-GmbH, individuelle Satzung) | ca. 480–500 € — der gesetzliche Mindestgeschäftswert von 30 000 € (§ 107 GNotKG) greift, daher NICHT günstiger als bei 25 000 € |
| 25 000 € (Standard) | ca. 480–500 € (ebenfalls Mindestgeschäftswert 30 000 €) |
| 50 000 € | ca. 620–630 € |
| 100 000 € | ca. 1 000–1 020 € |
Mit dem gesetzlichen Musterprotokoll (bis 3 Gesellschafter, 1 Geschäftsführer, Bargründung) entfällt der Mindestgeschäftswert von 30 000 €, es zählt das tatsächliche Stammkapital, und für die Beurkundung fällt nur eine 1,0- statt 2,0-Gebühr an — dadurch wird eine Mini-GmbH-Gründung deutlich günstiger.
Diese Gebühren umfassen: Beurkundung des Gesellschaftsvertrags, Anmeldung zum Handelsregister, Identitätsprüfung der Gesellschafter. Hinzu kommen Auslagen des Notars (Kopien, Porto) von ca. 20–50 €.
Gerichtsgebühren (Registergericht)
Das Registergericht erhebt für die Ersteintragung einer GmbH eine gesetzlich festgelegte Festgebühr nach Nr. 2100 des Gebührenverzeichnisses zur Handelsregistergebührenverordnung (HRegGebV) — nicht nach dem GNotKG. Diese Gebühr ist unabhängig von der Höhe des Stammkapitals:
- Bargründung → 225 € (Festbetrag, unabhängig vom Stammkapital)
- Es wird mindestens eine Sacheinlage geleistet → 360 €
Die Veröffentlichung der Eintragung im Bundesanzeiger erfolgt automatisch durch das Registergericht und ist mit der Eintragungsgebühr bereits abgegolten — es fällt keine gesonderte Veröffentlichungsgebühr an.
Gesamtkosten im Überblick 2026
| Stammkapital | Gesamtkosten (Notar + Gericht) |
|---|---|
| 12 500 € (individuelle Satzung) | ca. 705–725 € |
| 25 000 € | ca. 705–725 € |
| 50 000 € | ca. 845–855 € |
| 100 000 € | ca. 1 225–1 245 € |
Tipp: Bei der UG (haftungsbeschränkt), der Vorläuferin mit Mindeststammkapital 1 €, sind die Notargebühren deutlich geringer — aber die UG muss Gewinne einbehalten, bis das Stammkapital 25 000 € erreicht.
Ablauf der Handelsregistereintragung in 5 Schritten
Von der Gründerentscheidung bis zur eingetragenen GmbH vergehen 2026 typischerweise 2–4 Wochen.
Schritt 1: Gesellschaftsvertrag vorbereiten
Der Gesellschaftsvertrag (auch Satzung genannt) muss mindestens enthalten: Firma und Sitz der GmbH, Unternehmensgegenstand, Stammkapital und Stammeinlagen der Gesellschafter, Namen der Gesellschafter.
Sie können das Musterprotokoll des Bundesjustizministeriums für Gründungen mit bis zu 3 Gesellschaftern und einfachem Gegenstand verwenden — das reduziert die Notarkosten erheblich. Für individuellere Strukturen ist ein eigener Gesellschaftsvertrag empfehlenswert.
Schritt 2: Notartermin und Beurkundung
Alle Gesellschafter (oder bevollmächtigte Vertreter) müssen persönlich beim Notar erscheinen oder digital via Videoidentifikation im Rahmen einer Notar-Videokonferenz (seit 1. August 2022 möglich). Mitzubringen sind: gültiger Personalausweis oder Reisepass, Gesellschaftsvertrag (oder Musterprotokoll), ggf. Vollmachten.
Bei der Beurkundung wird der Gesellschaftsvertrag unterzeichnet und der Geschäftsführer bestellt. Der Notar übernimmt anschließend die Anmeldung beim Handelsregister — per beN (besonderes elektronisches Notarpostfach) digital.
Schritt 3: Stammkapital einzahlen
Vor der Anmeldung muss mindestens die Hälfte des Stammkapitals eingezahlt sein — also mindestens 12 500 € bei einer Standard-GmbH mit 25 000 € Stammkapital. Das Stammkapital wird auf ein Geschäftskonto der GmbH i.G. (in Gründung) eingezahlt. Der Kontoauszug wird dem Notar als Nachweis vorgelegt.
Schritt 4: Anmeldung beim Registergericht
Der Notar reicht die Handelsregisteranmeldung digital beim zuständigen Amtsgericht ein. Die Anmeldung enthält: Gesellschaftsvertrag, Gesellschafterliste, Bestellung des Geschäftsführers, Nachweis der Stammkapitaleinzahlung, Versicherung des Geschäftsführers (keine Vorstrafen für Insolvenz/Betrug).
Das Registergericht prüft die Unterlagen und trägt die GmbH ein. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel 1–3 Wochen, in manchen Regionen länger.
Schritt 5: Eintragung und Veröffentlichung
Nach Eintragung erhalten Sie die Handelsregisternummer (HRB-Nummer). Die GmbH ist nun rechtsfähig. Die Eintragung wird automatisch im Bundesanzeiger und im Handelsregister (handelsregister.de) veröffentlicht. Ab diesem Zeitpunkt: Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt, Anmeldung beim Finanzamt (Steuernummer, Umsatzsteuer-ID).
Neuheiten 2026: Digitale GmbH-Gründung und Online-Notar
Seit der Umsetzung der EU-Digitalisierungsrichtlinie (Richtlinie 2019/1151) ist die vollständige Online-Gründung einer GmbH in Deutschland möglich:
- Videokonferenz-Beurkundung : Der Notar kann die Beurkundung per Videokonferenz vornehmen, wenn alle Beteiligten über nPA (Online-Ausweis) verfügen.
- Digitale Identitätsprüfung : Die Gesellschafter müssen nicht physisch erscheinen — die Identitätsprüfung erfolgt über eID.
- Zeitersparnis : Der digitale Weg kann die Gesamtdauer von 4 auf 2 Wochen reduzieren.
- Kosten identisch : Die Notargebühren sind für Online- und Präsenzgründung gleich.
Noch nicht möglich: Sacheinlagen (Einbringung von nicht-monetären Werten als Stammkapital) bei der Online-Gründung.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
- Unklarer Unternehmensgegenstand : Zu allgemein ("alle erlaubten Tätigkeiten") führt zu Rückfragen des Registergerichts. Zu spezifisch schränkt zukünftige Aktivitäten ein. Empfehlung: Kerngeschäft nennen + Formulierung "sowie damit zusammenhängende Tätigkeiten".
- Falsche Firmenbezeichnung : Die GmbH-Firma muss sich von anderen im gleichen Handelsregister-Bezirk unterscheiden. Vorab-Check: handelsregister.de + örtliche IHK.
- Stammkapital nicht vollständig eingezahlt : Auf jeden Geschäftsanteil muss vor Anmeldung mindestens ein Viertel eingezahlt sein, und die Summe aller Einzahlungen muss mindestens die Hälfte des gesetzlichen Mindeststammkapitals (12 500 €) erreichen (§ 7 Abs. 2 GmbHG) — bei einem Stammkapital über 25 000 € ist das prozentual weniger als 50 %. Fehlt dieser Nachweis, lehnt das Registergericht die Eintragung ab.
- Gesellschafterliste fehlerhaft : Alle Angaben müssen exakt mit den Personalausweisen übereinstimmen.
Fazit
Die Handelsregistereintragung einer GmbH kostet 2026 – abhängig von Stammkapital und Gründungsform (Musterprotokoll oder individuelle Satzung) – zwischen rund 400 € und rund 1 250 € und dauert 2–4 Wochen. Die digitale Gründung per Videonotar spart Zeit. Der wichtigste Schritt vor dem Notartermin: Stammkapital auf das GmbH-i.G.-Konto einzahlen und Gesellschaftsvertrag sorgfältig vorbereiten. Nach der Eintragung folgen Gewerbeanmeldung und Finanzamt-Registrierung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Handelsregistereintragung einer GmbH 2026?
In der Regel 2–4 Wochen nach Einreichung beim Registergericht. Bei digitaler Online-Gründung oft etwas schneller (1–2 Wochen). In Stoßzeiten (Jahreswechsel, September) können es auch 4–6 Wochen sein. Die IHK-Mitgliedschaft beginnt automatisch mit der Eintragung.
Kann man eine GmbH ohne Notar eintragen lassen?
Nein. Die Beurkundung des Gesellschaftsvertrags durch einen Notar ist in Deutschland zwingend erforderlich (§ 2 GmbHG). Seit dem 1. August 2022 ist jedoch die Videokonferenz-Beurkundung möglich, sodass kein physischer Termin mehr notwendig ist. Die Notargebühren bleiben in beiden Fällen gleich.
Was ist der Unterschied zwischen GmbH und UG (haftungsbeschränkt)?
Die UG ist eine Sonderform mit Mindeststammkapital ab 1 € (vs. 25 000 € bei der GmbH). Die UG muss 25 % des Jahresgewinns einbehalten, bis das Stammkapital 25 000 € erreicht — dann kann sie in eine GmbH umgewandelt werden. Die UG eignet sich für Gründer mit wenig Startkapital, hat aber geringere Außenwirkung als die GmbH.
Welche laufenden Kosten entstehen nach der GmbH-Eintragung?
Nach der Eintragung fallen an: IHK-Beitrag (ab ca. 150 €/Jahr), Jahresabschluss + Offenlegung beim Bundesanzeiger (Pflicht, Kosten 80–500 € je nach Größe), Buchhaltung/Steuerberatung, Gewerbesteuer (abhängig vom Gewinn). Die einmaligen Gründungskosten sind steuerlich als Betriebsausgaben abzugsfähig.